Zur Behandlung von biogenen Abfällen stehen drei verschiedene Behandlungsanlagen zur Verfügung.

  • Mechanisch-biologische Behandlungsanlagen (MBA)

Dies ist die einzige Möglichkeit um nicht getrennt gesammelte biogene Abfälle zu verwerten. Als Ausgangsmaterial sind Restmüll, Gewerbeabfälle, Klärschlämme und Sperrmüll möglich. Heizwertreiche Fraktionen werden herausgesiebt und der thermischen Verwertung zugeführt. Durch die Kompostierung wird der organische Anteil reduziert um der Deponieverordnung zu entsprechen.

Die Verwendungsmöglichkeiten der Endprodukte:

 - mit anschließender Deponierung
 - mit anschließender thermischer Verwertung
 - zur Herstellung von Müllkompost

 

  • Kompostierungsanlagen (Aerobe biotechnische Behandlungsanlagen)

In einer Kompostierungsanlage werden biogene Abfälle die der SN Gruppe 92 der AbfallverzeichnisVO angehören zu huminstoffreichem Kompost verarbeitet. Die Anlage muss nach der Richtlinie "Stand der Technik der Kompostierung" geführt werden. Um das Endprodukt als Kompost deklarieren zu dürfen, müssen die Vorgaben der Kompostverordnung eingehalten werden.
Bei der Kompostierung erfolgt der Umbauprozess aerob.

Die Art der Kompostierung kann durch folgende Parameter unterteilt werden:

- offenes oder geschlossenes System
- dynamisches oder statisches Verfahren
- Verfahren mit oder ohne Zwangsbelüftung

Werden Abfälle die der Kategorie 2 oder 3 der TNP Verordnung entsprechen verwendet, so muss eine Dokumentation der Temperaturen während der Hygienisierungsphase durchgeführt werden. Nach der Ausbringung von Kompost mit tierischen Nebenprodukten muss eine Wartezeit von 21 Tagen bis zur Futternutzung eingehalten werden.

 

  • Biogasanlagen (Anaerobe biotechnische Behandlungsanlagen)

In Biogasanlagen werden biogene Stoffe unter Luftabschluss vergorgen. Das entstehende Biogas (Methan) wird meist zur Energiegewinnung genutzt.

Einteilung der Endprodukte:
Je nach Herkunft des Ausgangsmaterials wird unterschieden zwischen Biogasgülle (ausschließlich Ausgangsmaterialien aus der land- und forstwirtschaftlichen Urproduktion) und Gärrückständen (organsiche Reststoffe als Ausgangsmaterialien für Biogasanlagen im Sinn der stofflichen Verwertung).

- Biogasgülle:
Um Biogas herzustellen, dürfen nur Flüssig- und Festmist sowie andere Ausgangsmaterialien aus der landwirtschaftlichen Urproduktion wie z. B. Wiesenaufwuchs und nachwachsende Rohstoffe (z. B. Mais, Zuckerhirse, Gras) verwendet werden.

Das Endprodukt Biogasgülle ist gemäß den Bestimmungen der Düngemittelverordnung 100/2004 (idF. 53/2007) als Ausgangsmaterial für die Herstellung von organischen Düngemitteln zulässig. Beim Inverkehrbringen von Biogasgülle gelten die Bestimmungen der Düngemittelverordnung in der geltenden Fassung.

- Gärrückstände:
Werden auch Abfälle mit der Schlüsselnummer 92000 (Abfallverzeichnisverordnung) mitvergoren, so entsteht ein Gärrückstand, der bis zur zulässigen Verwendung oder Verwertung Abfall bleibt.

Der Gärrückstand, welcher neben Gülle andere tierische Nebenprodukte als Ausgangssubstrat enthält, muss folgende mikrobiologische Endproduktkriterien erfüllen [Verordnung (EG) Nr. 208/2006]: Salmonella - nicht nachweisbar in 5 Proben je 25 g
Um Gärrückstände in der Landwirtschaft nutzen zu können, müssen regelmäßig Proben des Gärrückstandes analysiert werden.
Thermische Behandlung:
Falls eine Verwertung des Gärrückstandes nicht möglich ist, muss dieser einer zulässigen Behandlung (vorzugsweise thermisch) zugeführt werden.

 

 

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