1. WAS IST KOMPOST?
Kompost ist ein Rotteprodukt aus organischen Materialien pflanzlichen oder tierischen Ursprungs nach weitgehend abgeschlossener aerober Rotte.

 

2. WORAUS ENTSTEHT KOMPOST?
- Aus zulässigen Ausgangsmaterialien der Schlüsselnummern Gruppe (Sn) 92 der Abfallverzeichnisverordnung, die für die Herstellung von    Qualitätskompost, Kompost und Qualitätsklärschlammkompost geeignet sind,

- Produkte aus der landwirtschaftlichen Urproduktion

- Wirtschaftsdünger aus Tierhaltung

- tierische Nebenprodukten (dabei müssen besondere Vorgaben während der Hygienisierungsphase eingehalten werden)

- Zuschlagsstoffe laut Kompostverordnung (in Summe max. 5 Masseprozent)

Um qualitativ hochwertigen Kompost zu erzeugen, müssen die Ausgangsmaterialien entsprechend der Richtlinie "Stand der Technik der Kompostierung" im richtigen Verhältnis gemischt werden. Dabei ist auf genügend Strukturmaterial zu achten, um ein ausreichendes Luftporenvolumen zu erzeugen. Dieses ist wichtig um einen guten Rotteverlauf zu garantieren und anaeroben Bedingungen vorzubeugen.

Nähere Informationen:
Kompostverordnung Anlage 1 (ab Seite 9)



3. WIE ENTSTEHT KOMPOST?
Die Ausgangsmaterialien werden ihren Eigenschaften entsprechend zusammengemischt um eine homogene Rottemiete zu erhalten.

Hauptrotte (Intensiv- oder Heißrotte):
In dieser Phase erfolgt der intensive Abbau der organischen Eingangssubstanz, dabei können Temperaturen von bis zu 70 °C entstehen. Dieser Vorgang dauert in Abhängigkeit vom Ausgangsmaterial 5 - 10 Wochen. Die Hauptrotte ist dann abgeschlossen, wenn die Temperatur dauerhaft 40 °C nicht mehr überschreitet. Durch Umsetzen der Kompostmieten wird garantiert, dass alle Bestandteile hygienisiert werden. Bei der Verwertung von tierischen Nebenprodukten muss die Temperatur während der Hygienisierungsphase aufgezeichnet werden.

Nachrotte:
In diesem Abschnitt wird der Kompost stabilisiert bzw. humifiziert. Dadurch werden Geruchsemissionen vermindert und die Anforderungen für bestimmte Anforderungsbereiche erfüllt. In der Praxis kann man von einem stabilen Kompost ausgehen wenn er 30 °C dauerhaft unterschreitet.

Nähere Informationen:
Richtlinie Stand der Technik der Kompostierung (ab Seite 86)


4. DER NUTZEN VON KOMPOST

A) Der chemische und biologische Nutzen

  • Humusaufbau durch Zufuhr von organischer Substanz
  • Düngewirkung durch zugeführte Nährstoffe
  • langsame Freisetzung der Nährstoffe aus dem Kompost
  • Steigerung der biologischen Aktivität
  • Verbesserung der Nährstoffaufnahme aus dem Boden
  • Verminderung der Nährstoffauswaschung

B) Physikalische Wirkung

  • Verbesserung des Wasser- und Lufthaushaltes
  • Verbesserung der Aggregatstabilität
  • Leichtere Bearbeitbarkeit des Bodens
  • Bessere Erwärmung des Bodens im Frühjahr

 

5. WIE VERWENDE ICH KOMPOST?
Kompost kann in vielen Bereichen nutzbringend eingesetzt werden, wenn folgende Grundvoraussetzungen stimmen:

  • definierte Qualität
  • bedarfsgerechte Abstimmung von Qualität und Aufwandmenge auf den jeweiligen Anwendungsfall
  • sachgerechte Anwendung unter Berücksichtigung von rechtlichen und fachlichen Rahmenbedingungen

Beim Verkauf von Kompost muss der Inverkehrbringer ein Kennzeichnungsblatt aushändigen, um eine sachgerechte Anwendung zu ermöglichen. Das Kennzeichnungsblatt hat die Parameter gemäß Kompostverordnung zu enthalten.

 

Mögliche Anwendungsbereiche in der Landwirtschaft:´

  • Ackerbau
  • Grünland
  • Feldgemüsebau
  • Weinbau
  • Obstbau
  • Hopfenbau
  • Wald

Mögliche Anwendungen im Garten- und Landschaftsbau und technische Anwendungen:

  • Herstellung von vegetationsfähigen Oberbodenschichten im Landschaftsbau
  • Zier-, Strapazierrasen und Beete
  • Sportrasen
  • Gehölzverpflanzungen
  • Rekultivierung von Schipisten, Böschungen und Sicherungsbauten
  • Deponien, Abbaustätten und Abraumhalden
  • Herstellung von Vegetationsschichten auf technischen Bauwerken
  • Verfüllung von Pflanzlöchern
  • Methanoxidationsschicht
  • Biofilterbau
  • Kompost als Mischkomponente für die Herstellung von Substraten und Erden

 

Maximale Aufbringungsmengen von Kompost lt. Kompostverordnung:

Anwendungsbereiche

Qualitätsklassen

A+

A

B

Landwirtschaft

Düngung

max. 40t TM/ha/5 Jahre

ausgeschlossen

Rekultivierung

max. 160t TM/ha

Hobbygarten

 

max. 10l / m² / a

Pflanzungen (Pflanzlöcher)

max. 40 % des Volumens

 

Nährstoffgehalt im Kompost:

Parameter

Niedrig

Mittel

Hoch

Verfügbarer Anteil im 1. Jahr

TM

60 % der FM

 

Feuchtdichte

700 kg/m³

 

Organ. Substanz

20 % TM

35 % TM

45 % TM

 

Nges

1 % TM

1,5 % TM

2 % TM

5 – 10 %

P2O5

0,3 % TM

0,7 % TM

1,2 % TM

40 – 70 %

K2O

0,8 % TM

1,3 % TM

1,8 % TM

60 – 90 %

CaO

4 % TM

8 % TM

12 % TM

 

 

 

Aufwandmengen und Gesamtgehalte:

Gesamtgehalte und Löslichkeit niedrig

Parameter

Bezugs-fläche

TM

FM

oS

Nges

P2O5

K2O

CaO

Ausbringungsm.FM

 

kg

kg

kg

kg

kg

kg

kg

0,5 cm Schichthöhe(5l)

2,1

3,5

0,42

0,021

0,0006

0,017

0,084

1 cm Schichthöhe (10l)

4,2

7

0,84

0,042

0,013

0,034

0,168

10 m³

ha

4200

7000

840

42

12,6

33,6

168

1 t

ha

600

1000

120

6

1,8

4,8

24

 

Gesamtgehalte und Löslichkeit mittel

Parameter

Bezugs-fläche

TM

FM

oS

Nges

P2O5

K2O

CaO

Ausbringungsm.FM

 

 

 

 

 

 

 

 

0,5 cm Schichthöhe(5l)

2,1

3,5

0,73

0,031

0,015

0,027

0,168

1 cm Schichthöhe (10l)

4,2

7

1,47

0,063

0,029

0,055

0,336

10 m³

ha

4200

7000

1470

63

29,4

54,6

336

1 t

ha

600

1000

210

9

4,2

7,8

48

 

Gesamtgehalt und Löslichkeit hoch

Parameter

Bezugs-fläche

TM

FM

oS

Nges

P2O5

K2O

CaO

Ausbringungsm.FM

 

 

 

 

 

 

 

 

0,5 cm Schichthöhe(5l)

2,1

3,5

0,94

0,042

0,025

0,038

0,252

1 cm Schichthöhe (10l)

4,2

7

1,89

0,084

0,05

0,076

0,504

10 m³

ha

4200

7000

1890

84

50,4

75,6

504

1 t

ha

600

1000

270

12

7,2

10,8

72

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nähere Informationen:
Richtlinie für die Anwendung von Kompost aus biogenen Abfällen

ÖNORM S 2201-1 Anwendungsrichtlinien für Kompost Teil 1
ÖNORM S 2202-2 Anwendungsrichtlinien für Kompost Teil 2

 

6. WIE WIRD KOMPOST UNTERSUCHT?

Vorgeschriebene Untersuchungen lt. Kompostverordnung:

  • Bei der Anlieferung von Ausgangsmaterial muss eine visuelle Eingangsprüfung durchgeführt werden. Im Verdachtsfall sind weitere Untersuchungen durchzuführen.
  • Die vorgeschriebene Anzahl der externen Güteüberwachungen ist von der Anlagengröße abhängig. Kleinanlagen müssen sich nur einer einmaligen Prüfung unterziehen. Anlagen die mehr als 1000 m³ Kompost pro Jahr produzieren, müssen je nach Menge bis zu 12 mal untersuchen lassen.

Vorgeschriebene Untersuchungen für Kompost mit Kompost-Gütesiegel:

  • Damit eine Kompostanlage das Kompost-Gütesiegel führen darf, sind je nach Anlagengröße zwischen 1 und 12 Kompostuntersuchungen erforderlich. Diese Kompostuntersuchungen dürfen nur jene Labors durchführen, die am Kompost-Ringversuch erfolgreich teilgenommen haben. Außerdem werden bei den Analysen zusätzliche Untersuchungsparameter vom KGVÖ vorgegeben.
  • Eine Eigenüberwachung (lt. KGVÖ-Regelblatt 2) durch den Kompostwerksbetreiber ist ebenfalls erforderlich.

 

7. WIE WIRD KOMPOSTQUALITÄT DEFINIERT?

  • nach dem Schwermetallgehalt:
    - Qualitätsklasse A+
    - Qualitätsklasse A
    - Qualtitäsklasse B

 

  • nach den Ausgangsmaterialien:
    - Qualitätskompost
    - Klärschlammqualitätskompost

 

8. WO BEKOMME ICH KOMPOST?

Bei den unter "Gütesiegelbetriebe" angeführten Unternehmen erhalten Sie Qualitätskompost mit dem Österreichischen Kompost-Gütesiegel.

 

In den KGVÖ-Merkblättern finden Sie praktische und nützliche Tipps für die Anwendung von Kompost in verschiedenen Bereichen, wie Gemüsebau, Zierpflanzen, Landwirtschaft etc.

Die vereinsinternen KGVÖ-Regelblätter sind die Grundlage für die Gütesicherung und für die Verleihung des Kompost-Gütesiegels.

Kompost ist auch ein europäisches Thema, daher verbinden wir diese Site mit dem europäischen Kompostnetzwerk ECN.

 

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